(im SCG-Forum gefunden)
Zunächst sollte man sich im klaren darüber sein, dass die Rockerszene eigentlich eine Subkultur mit, für außenstehende, seltsamen Ritualen und Regeln ist. Wenn einem also klar ist, dass man zu einer äusserst interessanten und geheimnisvollen Gruppe gehört, entwickelt man automatisch auch ein völlig neues Selbstverständnis:
man wird cool!
- Tag 1 -
Cool sein! Was heisst das eigentlich?
Man muss unbedingt der Umwelt dokumentieren, dass man zu der sagenumwobenen Rockerszene gehört – man ist Insider. Insider sind Menschen die unter der Last des Geheimnisses, welches sie mit sich tragen, eigentlich leicht gebückt gehen müssten. Da diese Haltung aber völlig uncool wäre, geht man eben übertrieben aufrecht. der gang sollte sofort signalisieren, dass man so dicke Eier hat, dass man eigentlich auf einer argentinische Zuchtfarm für stiere angestellt sein müsste. Also, leicht breitbeiniges schreiten hat sich als die beste alternative herausgestellt. Nicht nur die anderen Männer werden voller neid erblassen, nein, die Frauen werden sofort Pappschilder hochhalten mit der Aufschrift „ich will ein Kind von dir!“. Der Oberkörper sollte dabei immer aufrecht oder leicht nach hinten gebeugt sein (Hohlkreuz). Durch diese Körperhaltung gewinnt man locker 2 cm und ist damit also fast 2,30 groß!
- Tag 2 -
Kleider machen Leute!
Mit der Kleidung zeigt der Rocker eigentlich erst seine Zugehörigkeit zur Szene!! Unumgänglich ist die weste oder auch Kutte! Keine Kutte – kein Rocker! Die weste sollte unbedingt aus Leder sein! Jeanswesten identifizieren eindeutig Warmduscher und Freizeitrocker. Sollte es allerdings nur zur Jeansweste gereicht haben, sollte ihr aufpassen, dass Mutti die Weste nicht zufällig mal mitwäscht! „junge, die war doch so schmutzig…“ sollte dieser fall eintreten und der Freundeskreis bekommt das mit, könnt ihr euch eigentlich direkt nach einen neuen Freundeskreis in einem anderen Sonnensystem umschauen – diese Schmach werdet ihr in diesem leben nicht mehr los! Als ein weiteres wichtiges Kleidungsstück hat sich das Holzfällerhemd herausgestellt! Dieses Hemd hat mehrere Vorteile! Zu einen hält es schön warm und ermöglich auch damit im Winter ohne zu frieren locker mal draußen in den Busch zu kotzen nach der 2.flasche Schnaps! Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die Tatsache, dass es schön dick aufträgt! Mit einem Holzfällerhemd XXL sieht fast jeder Hungerhacken aus wie ein ernstzunehmender Gegner!
Als Hose sollte die Cordhose tunlichst umgangen werden – ansonsten ist wieder ein neues Sonnensystem fällig! Es bieten sich Jeans oder Lederhosen an. Trachten-Lederhosen sind zu betrachten wie Cordhose!
Bei den Schuhen sollte lediglich darauf geachtet werden, dass es sich um festes Schuhwerk handelt, weil man stündlich damit rechnen muss jemandem in Arsch treten zu müssen!
Die Kopfbedeckung.
Hier sollte zwischen während der Fahrt und nach der Fahrt unterschieden werden.
Während der Fahrt.
Seine Zugehörigkeit zur Szene zeigt der Rocker durch Narben und Gerbung seiner Gesichtshaut, die er im täglichen Kampf mit Rollsplitt und Getier aller Art davongetragen hat. Daher trägt der gestandene Rocker einen eierschalenähnlichen Aufsatz, auch “Braincap” genannt. Das Ding schützt zwar höchstens vor Bussgeld, aber unterstützt aber auch die Erholungsphase des Rockers nach einer Party ungemein. Nach 300km ist eine Mittelohrentzündung das mindeste was der gestresste Biker seinem Chef zur Abwesenheitserklärung vorlegen kann. Völlig undenkbar sind Integralhelme und andere Schalen mit Visier.
MERKE: Kein Windgesicht – kein Rocker
nach der Fahrt
Bandana: Sieht obercool aus. Allerdings ist hier die Kombination mit Sonnenbrille und Bart ein absolutes MUSS. Das ist in Verbindung mit dem oben beschriebenen Gang und der rechten Klamotte DER Schlüssel zu den Herzen der Ladys. Allerdings gehört der Knoten nach hinten. Sollten Sie den Knoten vorne tragen sind sie auf der falschen Veranstaltung und werden postlagernd zu ihren Freunden in der South Bronx zurückgeschickt.
Baseballcap: Immer eine schwere Gradwanderung zwischen obercool und hochnotpeinlich. Der Rocker trägt den Schirm VORN. Anderenfalls ist eine Verwechslung mit diesen HipHop Jüngern nicht ausgeschlossen und das wollen wir nun wirklich nicht. Total versagt haben sie, wenn sie auf Bekleidungstipps ihrer Kinder gehört haben und den Schirm seitwärts tragen. Das sieht nicht nur albern aus, sondern macht auch fiese Druckstellen an der Schläfe.
Wollmütze: DER TREND. Schwarz muss sie natürlich sein. Eingestrickte Logos (HD – was sonst), oder Flammen sind ein Garant für den stilsicheren Auftritt. Kommt am besten mit Sonnenbrille und Bart. Achten sie aber ständig auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, damit keiner merkt dass sie kurz vorm Kollaps sind, weil es unter dem Ding brüllend heiß ist.
Schirmmütze (Kapitänsstil): Dieses Ding meist aus Leder sollte außer in der Blue Oyster Bar nun wirklich nicht mehr getragen werden. Sollten Sie darauf bestehen, werden wir ihnen die Veranstaltungsdaten des Christopher Street Day gerne übermitteln.
- Tag 3 -
Accessoires sind wichtig.
Sonnenbrille!
Ohne Sonnenbrille ist der echte Rocker eigentlich nackt! Die Brille muss innen verspiegelt sein und Außen möglichst dunkel! Die Brille wird niemals abgenommen – außer bei einer Hauerei! (also eigentlich sehr oft, da Rocker ihre Freizeit mit Schlägereien verbringen! Dazu später mehr!)
Handschuhe!
Leder Handschuhe sind immer lässig in der Gesäßtasche mitzuführen. Bei Straftaten hinterlässt man keine Fingerabdrücke und bei Schlägereien verletzt man sich nicht die Hände an dem splitternden Kieferknochen des Gegners oder Opfers!
Messer und andere Waffen!!
Ohne Waffen geht ein Rocker nicht mal kippen holen! Allzeit breit oder bereit ist das Motto! Als coolste Variante haben sich Klappmesser am Gürtel gezeigt! Möglichst sollte immer noch ein weiteres Messer im Stiefel getragen werden um zu dokumentieren, dass man im Nahkampf noch mindestens ein ASS im Ärmel hat! Schlagstöcke und Gasknarren sollten flächendeckend am ganzen Körper verteilt werden!
Das Bike:
Für einen Rocker ist eine Harley Davidson eigentlich als Pflichtuntersatz anzusehen. Am besten sollte sie alt, unzuverlässig und undicht sein, da man erst bei ausgedehnten Reparaturpausen am Straßenrand sein wahres Können unter Beweis stellen kann. Auch hier gilt: Ein richtiger Rocker nimmt seine Sonnenbrille niemals ab. So findet man zwar nie die richtige Schraube, aber man sieht erstens immer standesgemäß cool aus und zweitens ist durch die Innenverspiegelung die Ratlosigkeit in den Augen nicht zu erkennen, weil man eigentlich keinen Plan von der Mühle hat. Treten Rocker in größeren Gruppen auf hat sich die Verwendung von Lastkraftwagen zur Überbrückung größerer Strecken durchaus bewährt. Die Mühlen im Nachbarort abladen und dann auf der Party Pokale für die weiteste Anreise abgreifen ist zweifellos äußerst verwegen. Mit ein wenig Abscheu ist heutzutage auch ein umfassend umgebauter Japan-Chopper, der den Wert einer neuen HD gern um ein vielfaches übersteigt, gerade so akzeptiert. Generell gilt allerdings, dass ein Rockerfahrzeug möglichst unbequem, unfahrbar und illegal zu sein hat, damit einem die nötige Anerkennung entgegengebracht wird. Eintragung der sowieso möglichst scharfkantigen und verletzungsträchtigen Anbauteile sind natürlich ebenso verpönt, wie die Verwendung von Goretex Bekleidung und Integralhelmen. Auf einer am besten starren HD, nahezu nackt im Wind auf ein Treffen zu fahren ist eh schon die halbe Miete für den dringend benötigten verbissenen Gesichtausdruck. Muss ja niemand wissen, dass Sie gar nicht gefährlich und grimmig gucken, sondern Ihnen einfach nur schweinekalt ist und der Rücken weh tut. Völlig ungeeignet hingegen sind serienmäßige Harleys, neuere Twincam-Modelle und Japaner von der Stange.
Mit einem Touringmodel von BMW sollten Sie nur auf ein Rockertreffen fahren, wenn Sie ein Engagement als Pausenclown angeboten bekommen haben.
Sollten Sie auch ohne Engagement mit der BMW kommen gilt auch hier wieder, dass in anderen Galaxien bestimmt auch gute Freunde zu finden sind.
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