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Buchempfehlung: Eine Handvoll Venus und ehrbare Kaufleute

Die “Handvoll Venus” ist ein Klassiker der SF-Literatur. Witzige, absurde und originelle Ideen, beissender Spott auf die Werbeindustrie und die von ihr manipulierte Gesellschaft und eine spannende, ständig mit überraschenden Wendungen versehene Handlung machen diese Dystopie zu einem Lesegenuß. Man darf beim Lesen nie vergessen, dass dieser Roman bereits 1952 geschrieben wurde. Das Lächeln bleibt einem ab und zu im Halse stecken, wenn man an die Entwicklung der letzten 50 Jahre in der Werbeindustrie denkt. Manchmal kommt einem der Verdacht, der eine oder andere “Kreative” aus der Werbung hat die “Handvoll Venus” gelesen und versucht einiges davon umzusetzen.

Titel: Eine Handvoll Venus und ehrbare Kaufleute 
Originaltitel:
The space merchants   
Erscheinungsjahr: 1953
Autor: Pohl, Frederik Co-Autor: Kornbluth, C.M.

Beschreibung / Klappentext:
Mitchell Courtenay hat den sozialen Aufstieg geschafft. Er ist ein Startexter, ein Werbeass, das sich darauf spezialisiert hat, die Verbraucher mit allen Mitteln der Suggestion subliminal zu indoktrinieren und mit perversen Abhängigkeiten in einen Teufelkreis des Konsum zu stürzen: “Crunchies (Kekse) riefen Mangelerscheinungen hervor, die man nur beilegen konnte, indem man wieder zwei Schluck Popsie trank. Popsie wiederum verursachte Entziehungssymptome, die sich nur beseitigen ließen, wenn man Starr-Zigaretten rauchte, die wiederum Appetit auf Crunchies erzeugten”. Als Startexter genießt Courtenay eine Fülle an Privilegien, Macht und Luxus und bewahrt ihn davor wie die Verbraucher in den Treppenhäusern der Wolkenkratzer zu nächtigen. Als ihn sein Arbeitgeber, der Werbemogul Fowler Schocken zum Direktor des Venus-Projekts beruft – das Ziel ist die Besiedelung des Planeten-, hat Courteney schnell viele, gnadenlose Feinde. Da gibt es zum einen die Natschus, die militanten Naturschützer, welche die Venus gerne für sich und ihre Träume vom einfachen Leben im Einklang mit der Natur hätten und zum anderen die Werbekonkurrenz unter der Führung des skrupellosen Alkoholikers Taunton. Die wirtschaftliche Ausbeutung der Venus verspricht einen solch gigantischen Gewinn, daß Taunton nicht einmal vor kriminellen Aktivitäten zurückschreckt. Aber was kriminell ist und was nicht, wird in dieser Welt jeweils nach eigenen Gesetzen definiert. So ist z.B. Mord während einer Industriefehde ein minderes Delikt. Mord ohne Ankündigung jedoch ist ein Handelsvergehen und es gibt nichts schlimmeres als Handelsvergehen. Courtenay fällt einer Industrie-Natschu-Intrige zum Opfer und findet sich unvermittelt in der düsteren und sklavischen Arbeitswelt der Verbraucher wieder. Aller Vorrechte beraubt muß er auf der “Chicken Little”-Farm schuften und sein eintöniger Alltag besteht nun darin, Algen zum Stillen des Hungers einer gigantischen Hühnchen-Kallus-Kultur zu ernten. Chicken Little bildet die Grundnahrung der Verbraucher, ganz ähnlich wie Soylent Green in Harrisons “Make Room”. Doch Mitchell gewinnt das Vertrauen einiger Natschus und Stück für Stück gelingt ihm der soziale Wiederaufstieg. Endlich am Ziel angekommen, muß er all seine bisherigen Prämissen revidieren.

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