Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ein wirklich skuriles Setting, in 3 Erzählstränge erzählt, beeindruckend gut geschrieben. Es tut gut zu erkennen, dass deutsche Autoren in diesem Genre so etwas schaffen können. Vom Inhalt möchte ich nicht viel erzählen, man muss sich einfach darauf einlassen.
Titel: Lord Gamma Originaltitel: Lord Gamma Erscheinungsjahr: 2000 Autor: Marrak, Michael
Beschreibung / Klappentext: Dies ist die abenteuerliche Geschichte von Stan Ternasky, der in einem Pontiac ohne Motor eine schnurgerade, ewig abwärts führende Straße entlangrollt, durch eine Landschaft, die sich alle 180 Kilometer wiederholt, auf der Suche nach Klonen seiner Frau…
Die “Handvoll Venus” ist ein Klassiker der SF-Literatur. Witzige, absurde und originelle Ideen, beissender Spott auf die Werbeindustrie und die von ihr manipulierte Gesellschaft und eine spannende, ständig mit überraschenden Wendungen versehene Handlung machen diese Dystopie zu einem Lesegenuß. Man darf beim Lesen nie vergessen, dass dieser Roman bereits 1952 geschrieben wurde. Das Lächeln bleibt einem ab und zu im Halse stecken, wenn man an die Entwicklung der letzten 50 Jahre in der Werbeindustrie denkt. Manchmal kommt einem der Verdacht, der eine oder andere “Kreative” aus der Werbung hat die “Handvoll Venus” gelesen und versucht einiges davon umzusetzen.
Titel: Eine Handvoll Venus und ehrbare Kaufleute Originaltitel: The space merchants Erscheinungsjahr: 1953 Autor: Pohl, Frederik Co-Autor: Kornbluth, C.M.
Beschreibung / Klappentext: Mitchell Courtenay hat den sozialen Aufstieg geschafft. Er ist ein Startexter, ein Werbeass, das sich darauf spezialisiert hat, die Verbraucher mit allen Mitteln der Suggestion subliminal zu indoktrinieren und mit perversen Abhängigkeiten in einen Teufelkreis des Konsum zu stürzen: “Crunchies (Kekse) riefen Mangelerscheinungen hervor, die man nur beilegen konnte, indem man wieder zwei Schluck Popsie trank. Popsie wiederum verursachte Entziehungssymptome, die sich nur beseitigen ließen, wenn man Starr-Zigaretten rauchte, die wiederum Appetit auf Crunchies erzeugten”. Als Startexter genießt Courtenay eine Fülle an Privilegien, Macht und Luxus und bewahrt ihn davor wie die Verbraucher in den Treppenhäusern der Wolkenkratzer zu nächtigen. Als ihn sein Arbeitgeber, der Werbemogul Fowler Schocken zum Direktor des Venus-Projekts beruft – das Ziel ist die Besiedelung des Planeten-, hat Courteney schnell viele, gnadenlose Feinde. Da gibt es zum einen die Natschus, die militanten Naturschützer, welche die Venus gerne für sich und ihre Träume vom einfachen Leben im Einklang mit der Natur hätten und zum anderen die Werbekonkurrenz unter der Führung des skrupellosen Alkoholikers Taunton. Die wirtschaftliche Ausbeutung der Venus verspricht einen solch gigantischen Gewinn, daß Taunton nicht einmal vor kriminellen Aktivitäten zurückschreckt. Aber was kriminell ist und was nicht, wird in dieser Welt jeweils nach eigenen Gesetzen definiert. So ist z.B. Mord während einer Industriefehde ein minderes Delikt. Mord ohne Ankündigung jedoch ist ein Handelsvergehen und es gibt nichts schlimmeres als Handelsvergehen. Courtenay fällt einer Industrie-Natschu-Intrige zum Opfer und findet sich unvermittelt in der düsteren und sklavischen Arbeitswelt der Verbraucher wieder. Aller Vorrechte beraubt muß er auf der “Chicken Little”-Farm schuften und sein eintöniger Alltag besteht nun darin, Algen zum Stillen des Hungers einer gigantischen Hühnchen-Kallus-Kultur zu ernten. Chicken Little bildet die Grundnahrung der Verbraucher, ganz ähnlich wie Soylent Green in Harrisons “Make Room”. Doch Mitchell gewinnt das Vertrauen einiger Natschus und Stück für Stück gelingt ihm der soziale Wiederaufstieg. Endlich am Ziel angekommen, muß er all seine bisherigen Prämissen revidieren.
Ein ungaublich ideenreicher Roman, in dem Gerrold seine ganz eigene Theorie des Zeitreisens vorstellt. Ungewöhnlich ist, dass quasi keine anderen Menschen in diesem Roman eine wesentliche Rolle spielen, außer eben Dan (oder Don, Daniel, Daniela… je nach Zeitlinie) in all seinen unzähligen Ausprägungen und Erfahrungen. Das Aufeinandertreffen mit sich selbst ist fesselnd beschrieben. Ein Roman, den man an einem Stück durchlesen kann.
Titel: Zeitmaschinen gehen anders Originaltitel: The man who folded himself Erscheinungsjahr: 1973 Autor: Gerrold, David
Beschreibung / Klappentext:
Was würden Sie tun,wenn Sie eine Zeitmaschine hätten ? Wenn Sie jeden Punkt in Vergangenheit und Zukunft erreichen , jedem Ereignis der Geschichte beiwohnen könnten,sei es die Ermordung Cäsars,die Kreuzigung Jesu oder Ihre eigene Geburt ?
Aber das ist harmlos -Was passiert , wenn Sie diese Ereignisse verhindern ?
Die Möglichkeiten sind nicht auszudenken! Aber durchaus real.
Sie könnten auch Ihrem früheren Ich gut zureden, dies oder jenes zu tun – oder besser zu lassen. Sie hätten die Möglichkeit, Ihr Leben sozusagen zu “redigieren”, bis es tatsächlich eine schöne runde Sache, das beste aller denkbaren Leben ist.
Faszinierend, nicht wahr?
Nur hat das seine Tücken. Sie dürfen den Überblick nicht verlieren, denn Sie müssen stets die Alternativen und die Alternativen dieser Alternativen im Auge behalten, sonst wissen Sie am Schluß nicht mehr, wo Sie angefangen haben, wie Sie eigentlich gewesen sind.
Wer sie eigentlich gewesen sind.
Denn Zeitmaschinen gehen anders, als H. G. Wells und viele andere das bisher angenommen haben.
Es gehört nämlich eine gehörige Portion Mut dazu, zu wissen, wer man ist, was man ist – und was man nicht ist.
Der “normale” Vielleser hat steht dem Genre Science Fiction oft sehr kritisch gegenüber.
Und wenn ich mir so die letzten Monate Revue passieren lasse, kann ich das direkt nachvollziehen. Ich hab da so ca. 1000 SF-Büchr in meine Datenbank eingetragen und muss zugeben, der Großteil davon ist eher schlecht.
Doch wie soll ich “schlecht” definieren? Das ist ja wohl ziemlich subjektiv
Ok, ich erklär’s mal so: Alles, das überwiegend mit Krieg, Raumschlachten, schleimigen Monstern, Lebensverachtenden Meinunge, Faschismus (gibt’s mehr, als man glauben mag) Prinzessinen und Könige/Kaiser in Sternenreichen usw. zu tun hat, wird von mir nach wenigen Seiten abgebrochen. So hab ich mit der Zeit bestimmt hundert Bücher rumstehen, die irgndwo im ersten Drittel noch ein Lesezeichen haben.
Was mag ich oder was empfinde ich al gute SF-Literatur?
Nahezu alles was mit Zeitreisen zu tun hat, solange der Autor sich dabei Mühe gibt.
Außerirdische Lebensformen und Gesellschaften, solange der Autor sich dabei Mühe gibt.
Weiterentwicklung der Technik auch schon in den nächsten Dekaden
Skurille und Humorvolle (Kurz-)Geschichten
Das Eis ist oft dünn und eine Gechichte bricht leider oft ein.
Ich werde mal in mich gehen und hier in lockerer Folge ein paar Buchempfehlungen mit Kurzrezession bloggen.
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